RSC Tretlager Ruhr

24 Stunden Duisburg

Der RSC gratuliert Heiko zu einem Tollen 13. Platz beim 24 Stunden Rennen in Duisburg! Aber lest doch am besten selbst wie es ihm beim Rennen ergangen ist.

Rennbericht von Heiko:

24 Stunden Duisburg

Nachdem ich leider erst am Samstagmorgen anreisen konnte, habe ich aber zum Glück einen wirklichen tollen Stellplatz bekommen, der ca. 100 m nach der langen Treppenabfahrt auf der linken Streckenseite lag. Das ermöglichte mir grundsätzlich bei jeder Vorbeifahrt dort zu essen und Flaschen, wie auch Hosen zu wechseln. Das war mein Plan für dieses Jahr „häufig Hosen wechseln“, gerade bei diesem elendigen Staub. Leider verfuhr sich meine erste Hilfskraft und erschien erst gar nicht in Duisburg, so dass ich in den ersten 5 Stunden allein Solo fuhr. Ob mich das gestresst hatte oder ich in diesem Jahr nervös war … vom Start weg hatte ich enorme Magen Probleme, welche sich bis in die 7. Stunde des Rennens hin zogen. An dieser Stelle sei meinem Nachbar Team gedankt, deren Dixi Klo ich mehrmals benutzen durfte. In dieser Zeit hatte ich nur noch Bananen gegessen, in der Hoffnung etwas Ruhe in die Verdauung zu bringen. Gegen 19 Uhr rum war es dann auch soweit und ich hatte zum ersten Mal richtig Spaß beim fahren.

Im Vorfeld gut trainiert, durfte ich nun endlich in den Genuss der Trainingskilometer kommen, denn meine Beine waren trotz des mäßigen Starts gut dabei. Aufgrund der vielen gleichmäßigen Runden lag ich im Moment im Mittelfeld der AK Masters.

Gegen 21 Uhr zog ich mich für die Nacht um und schnallte mein Licht an. Dabei hatte ich mich nur für einen langärmelige Jacke entschieden und Helmbeleuchtung. Beides verbesserungswürdig, wie sich heraus stellte, denn es wurde trotz der recht hohen Tagestemperaturen ziemlich kalt in der Nacht und die Lampe auf dem Helm (also hinter den Augen) beleuchtete mehr die in der Luft schwebenden Staub Partikel, als das sie mir den Weg wies. Egal, der Kutscher kennte den Weg und die Beine waren immer noch gut dabei, das war wichtiger. Die Tatsache, dass ich „wieder“ alleine, ohne Betreuer unterwegs war und die Kühle der Nacht, raubten mir etwas die Moral und so gönnte ich mir in der Nacht zwei Pausen zu etwas mehr als 30 Minuten. Aus der warmen Umarmung der Decke wieder los zu fahren kostete mich einiges an Überwindung. Belohnt wurde ich dafür gegen kurz nach 5 Uhr am Morgen, denn der anbrechende Tag zeigte sich in Form eines leicht orange/blau leuchtenden Streifens am Horizont. Wer das schon mal erlebt hat, der weiß was das für ein Gänsehautgefühl auslöst, denn jetzt ist das „Ende in Sicht“. Dass ich trotz der Pausen gut unterwegs gewesen bin, bewies der momentane 14. Platz.

Um 7 Uhr erschien endlich wieder ein(e) Betreuer(in) und der Stuhl vor meinem Wagen war nicht wie vorher in jeder Runde leer. Das gab mir einen zusätzlichen Schub, so dass ich nach dem letzten Hosenwechsel (hab mich echt an den Plan gehalten) recht entspannt den letzten 5 Stunden entgegen fuhr. Gegen 10 Uhr fuhr ich meine 3 schnellsten Runden und verbesserte mich auf Rang 13.

So langsam machte sich Entspannung breit und ich unterhielt mich damit, auszurechnen, wie viele Runden ich bei welchem Tempo ……und ob das noch für eine Zieldurchfahrt kurz vor Schluss reicht und irgendwie überraschte mich dann der Sturz des vor mir fahrenden Fahrers, so dass ich nicht ausweichen konnte und mich über den gestürzten bzw. sein Rad, gefolgt vom mir nachfolgenden Fahrer ebenfalls in den Duisburger Staub legt.

Der Arme brach sich dabei sein Schlüsselbein und wurde anschließend noch mal kurz Ohnmächtig. Ich blieb bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei ihm und setzte dann mit verdrehtem Bremsgriff und abgerissener Startnummer meine Fahrt fort. Drei Runden waren so noch zu schaffen, davon hielt mich auch die Korrektur am Bremsgriff nicht ab. So war auf der Treppe die Handhaltung eher unglücklich.

Um 11:48 Uhr ging ich auf die letzte Runde, welche nochmal richtig schnell (Naja) wurde. Das war alles recht nahe am Plan verlaufen, und ich habe größtenteils viel Spaß gehabt, so dass ich nicht „nie wieder“ im Kopf hatte, sondern eher was sich noch optimieren lässt. Das nächste Rennen wird also das Rennen um einen Startplatz 2016 werden.

Entgegen vieler Kommentare in Foren und Blogs, empfand ich die Stimmung auf der Strecke als wirklich gut und zumindest uns Einzelstartern gegenüber als respektvoll. Allerdings kann ich das Wort „links“ nicht mehr hören 😉

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