RSC Tretlager Ruhr

Heiko beim 24h-Rennen in Duisburg: 5 Platz bei den Masters

Heiko beim 24h-Rennen in Duisburg: 5 Platz bei den Masters

Ort: Duisburg

Genauer: Landschaftspark

Plötzlich, als ich den Pavillon aus dem Auto hebe, fahrt ein Murmeltier auf einem Hardtail vorbei und grüßt kurz, bevor es im Stahlwerk verschwindet.

Ich bin wieder hier ….obwohl irgendwie jedes Mal das letzte Mal sein sollte….

Es ist das Jubiläum im Duisburger Landschaftspark, die 15. Auflage des 24 Stunden Rennen.

Für diese Jubiläumsveranstaltung hatte sich Veranstalter Skyder Sportpromotion e.K. etwas besonderes ausgedacht.

In einer eigens durchgeführten Online Befragung ließ er abstimmen, ob die bisher 14 Jahre gültige Fahrtrichtung einmal umgekehrt werden sollte. Das Ergebnis bestätigte diese Idee und so wurde der 8 km lange Rundkurs neu geplant und mit einigen zusätzlichen Herausforderungen gespickt. Berüchtigt wie eh und je zeigte sich der Monte Schlacko in diesem Jahr von seiner anderen Seite. Schon immer der Killer Anstieg auf der Runde gestaltete sich die Auffahrt in diesem Jahr von der anderen Seite als besonders schwierig, da er direkt nach der Team Wechselzone folgte und einige Prozent steiler war.

24h-Rennen in Duisburg

Von 0 auf 100 war die Devise nach der Wechselzone, die jedoch nicht für mich gelten sollte. Noch einmal als Solofahrer, alleine immer wieder die Runde zu bestreiten war die Aufgabe und das hatte somit keinen Besuch in der Wechselzone zu Folge. Das zumindest verhinderte dicke Beine beim Warten auf den Team Partner.

In der Kategorie Solofahrer sind ja auch nicht so viele Verrückte unterwegs. Insgesamt wurden vom Veranstalter 62 Teilnehmer zugelassen, welche sich auf die Klassen Herren; Masters und Singles weiblich aufteilten.

In der Masters Kategorie gestartet, hatte ich es mit 30 männlichen Konkurrenten zu tun, von denen jeder seine eigene Taktik verfolgte um die Herausforderung zu meistern.

In meinem Alter fehlt es etwas an Grundgeschwindigkeit, daher hieß meine Devise kontinuierlich fahren, am besten die ganzen 24 Stunden durch, gleichmäßiges Tempo einhalten, Stürze und Platzierungskämpfe auf der Strecke vermeiden, regelmäßig Nahrung aufnehmen und Trinken was das Zeug hält.

Gut das es Freitag noch ordentlich geregnet hat, so war das erste Renndrittel nahezu staubfrei. Ich war gespannt ob wohl auch das wochenlange Training im Vorfeld war richtig dosiert war. Irgendwas ist ja immer……

Ich war nach den ersten 8 Stunden echt überrascht wie gut ich mich gefühlt habe und hab nur etwa 25 Minuten Pause zur Nacht eingelegt, wo sich alle Teilnehmer mit Licht ausstatten müssen und ggf. wärmere Kleidung anlegen.

Die Nacht hatte wieder ihren eigenen Reiz, die Strecke ist außer in der Wechselzone unbeleuchtet, (in diesem Jahr war das Stahlwerk die gesamte Nacht in seine Neon Farben gehüllt und die Jungs am gegenüber liegenden Rock Hügel haben es die ganze Nacht krachen lassen), es gibt keine Zuschauer mehr und in dem alten Stahlwerk wird es trotz sommerlicher Tagestemperaturen recht kühl. Manchmal ist vor und hinter dir kein einziger anderer Fahrer, man wird irgendwie einsam und das zehrt an der Moral. 

Ich bin da einfach gut durchgekommen, meine Beine waren durchweg zuversichtlich und als dann gegen halb sechs die Sonne aufging, das ist ein Gänsehaut-Gefühl das dich zusätzlich motiviert, dann ist es nicht mehr lang.

Eine zweite kurze Pause von 20 Minuten gegen 7 Uhr um das Licht an Rad und Helm los zu werden, ein Paar Löffel Nudeln und weiter geht`s.

Noch zu Beginn der Nachtschicht auf dem 9. Rang liegend, hatte ich vom Ergebnisdienst die Information bekommen, das ich über Nacht einen deutlichen Sprung nach vorne geschafft hatte und auf Platz 5 lag.

Das war für mich das Beste Ergebnis jemals und die Top 5 waren mein heimliches Ziel, das wollte ich unbedingt halten. Da ich nicht wusste in welcher Entfernung sich mein erster Verfolger befand, habe ich nochmal über die letzten 6 Stunden alles raus gehauen was ging und die Zuschauer an der Strecke geben da auch echt alles. Das kennt man ja sonst nur aus dem Fernsehen. Der verkehrte Monte Schlacko war ein Jubelsturm bis oben hin.

An diesem Wochenende lief es einfach Perfekt, ich hatte tatsächlich 4 Stunden vor dem Ende andere Team Fahrer in meinem Windschatten… Das lange Training hatte sich ausgezahlt und so hatte ich in den letzten Stunden nur mit starken Nackenschmerzen zu kämpfen. Da beißt man sich durch, wer das nicht kann, darf nicht alleine starten.

Nach 24 Stunden und 11 Minuten ging es über die Ziellinie. 56 Runden, gleichbedeutend mit 456 km und 5600 Höhenmeter waren zusammen gekommen und die brachten Platz 5. der Masters Kategorie.

Jetzt wird eine Woche gechillt und dann geht es los mit etwas Training für das Ruhrbike Festival. Nicht so lang, aber sicher richtig spannend.

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